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spacer Süddeutsche Zeitung, 21./22. Januar 2006 selected press
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Videos/Audio

"Philosophisches-EXPERIMENT WERDE ERWACHSEN! Eine philosophische Ermutigung mit Susan Neiman, Januar 2017

"Trump and Europe: Partners or Rivals?", Deutsche Welle, Quadriga, (Discussion in English with German translation) November 2016

"Trump und Europa: Partner oder Gegner?", Deutsche Welle, Quadriga, (Diskussion auf Deutsch mit englischer Übersetzung) November 2016

"Who Needs Europe?", Socrates Lecture, Humanistic Association Netherlands, Amsterdam, March 2014

"Glück, Vernunft, Ehrfurcht und Hoffnung! Politik und IdealistInnen?", Karl-Renner-Forum, Wien, Februar 2014

Feature "Moral Clarity", 'Ideas' with Paul Kennedy, CBC Radio, March 2010

"Defining a Moral Compass for the 21st Century?", Jonathan Sacks and Susan Neiman, Jewish Book Week, March 2010

"Susan Neiman on Morality in the 21st Century, Philosophy bites, March 2010

"The Good Society: Virtues for a Post-Recession World", The Institute of Ideas, London, January 2010

"Grote denkers: Susan Neiman", Lux magazine, Feburary 2010

"Making Progress: Rethinking Enlightenment", The Royal Society for the Encouragement of Arts, Manufactures and Commerce (RSA), London, July 1th, 2009

"The Forum", BBC Worldservice, July 5th, 2009

"Race and Religion in the Presidential Election", Cornel West and Susan Neiman, 92nd Street Y, New York, November 26, 2008.

" Ethics on the Air", WBAI, October 8, 2008.

" Moral Clarity:" Tavis Smiley Show, PBS, 11:30 May 13, 2008.

" Achieving Moral Clarity: Reflections for Grown-up Idealists, " Robert Cover Memorial Lecture, Yale Law School, New Haven,Connecticut,

"Beyond Belief", Conference at the Salk Institute, La Jolla, CA, November 6, 2006.

PBS (Public Broadcasting Service, USA),
"NOW with Bill Moyers", 2 January 2004,
The Evolution of the Idea of Evil



Portraits and Interviews

Die Zeit, Juni 2016

Frankfurter Rundschau, 3. Februar 2016

Neue Zürcher Zeitung, 16. März 2014

VETO 4110, Dezember 2014

Trouw, November 2014

Die Zeit, August 2013

Der Standard, Oktober 2010

Cicero, September 2010

New Statesman, February 2010

Spiked, July 2009

Die Welt, Juni 2009

Rheinischer Merkur, Juni 2009

Vrij Nederland Nr. 14, April 2009
(Engl. translation)

(Dt. Übersetzung)

Het Financieele Dagblad, Januar 2009

Süddeutsche Zeitung, Januar 2006

Filosofie Magazine, April 2003

NZZ, Februar 2003

Die Zeit, Januar 2003

taz, September 2002

Tagesspiegel, Oktober 2000

Susan Neiman über die Deutschen

Berlin-Mitte, Unter den Linden, Cafe Einstein. Susan Neiman kommt grinsend herein. Sie bestellt ein Club Sandwich. Während unserer Unterhaltung isst sie es. Und vermittelt keinen Augenblick lang den Eindruck, mit vollem Mund zu sprechen.

von Tobias Matern

Schön, Sie hier zu treffen, Frau Neiman. Hätten Sie damals auf Ihre Mutter gehört, säßen wir jetzt nicht zusammen.

Das stimmt. Meine Mutter wollte partout nicht, dass ich in dieses Land komme. Die Deutschen sind die Täter, die Nazis - so lautete damals die Meinung im Ausland. 1982 kam ich zum ersten Mal, mit schlotternden Knien. Das ging wohl jedem Juden so, der hierher kam.

Können Sie Ihre Angst beschreiben?

Es hat im Ausland, gerade in den USA, extrem lange gedauert, die Bilder der Konzentrationslager abzubauen. Ich erinnere mich an eine Freundin, die wie ich in den achtziger Jahren als Fulbright-Stipendiatin nach Deutschland kam. Eine Künstlerin. Die hat in dem ganzen Jahr nur Bahnsteige und Schienen gezeichnet, Schienen, die ins Konzentrationslager führten. Alles, was von 1945 an in Deutschland passierte, war lange Zeit nicht so präsent. Selbst meine Professoren an der Harvard Universität waren skeptisch, haben dann aber zugestimmt, dass es vielleicht nicht schlecht wäre, Zeit in Deutschland zu verbringen, wenn man eine Dissertation über Kant schreibt.

Die wäre Ihnen aber auch gelungen, wenn Sie in Amerika geblieben wären.

Wer sich in den achtzigerJahren als amerikanischer Jude dazu entschied, nach Deutschland zu gehen, wollte ein Tabu brechen. Es ging mir um mehr als die Dissertation. Ich war 27, ein Alter, in dem man nicht mehr so auf seine Mutter hört.

Sie wollten rebellieren?

Das trug ich immer in mir. Ich habe bestimmte Regeln oft aus einer tiefen Neugierde heraus missachtet. Berlin war für jüdische Intellektuelle damals das, was der Kongo hundert Jahre vorher für Joseph Conrad gewesen war. Wenn man einen Blick hinein in den Abgrund wagen wollte, ging man nach Berlin.

Wie erschien Ihnen damals die politische Stimmung im Land?

In den achtziger Jahren war die kollektive Selbstanalyse in Deutschland sehr präsent, da spielten vor allem negative Aspekte aus der Vergangenheit eine ständige Rolle, Ich finde es gut Und richtig, dass es jetzt nach und nach anders wird.

Den Abgrund haben Sie nicht gesehen?

Nein, natürlich nicht. Es war eher eine Selbstreflexion, die ich erlebte. Bevor ich nach Deutschland kam, war ich nie besonders mit dem Jüdischen beschäftigt. Ich kam aus einem liberalen Elternhaus. Wir waren zwar keine Atheisten, aber auch keine besonders kenntnisreichen, frommen Juden. In Deutschland wurde ich ständig mit meiner Herkunft konfrontiert, keiner konnte unbefangen mit mir darüber reden. Es hat sich vieles gebessert, aber meine Töchter müssen sich in der Schule immer noch von Lehrern sagen lassen, dass man das Wort ,Jude' nicht in den Mund nimmt. Dabei sind sie nun mal Jüdinnen, da ist es doch normal, das auch zu sagen. Ich habe nie einen Hehl daraus gemacht, aber ich habe mich ideologisch anders definiert.

Wie denn?

Heute muss ich sagen: als Kantianerin, die den Universalismus der Aufklärung verteidigt. Allerdings ist das keine ungewöhnliche Haltung für Juden. Früher hätte ich mich anders beschrieben: als linksliberale Möchtegern-Achtundsechzigerin. Ich bin zwar für diese Bewegung eigentlich zu jung, aber ich habe trotzdem immer versucht, mich ihr anzuschließen, zu ihr zu stehen.

"Zu ihr zu stehen" ist wohl untertrieben. Sie verehren die 68er, allen voran Joschka Fischer. In Ihrem Buch "Fremde sehen anders" loben Sie ihn über den grünen Klee. Haben Sie ihn in Harvard ins Gespräch gebracht?

Er hat ja schon erklärt, dass er gar kein Angebot von dort hat - leider. Ich würde ihn sofort ins Gespräch bringen. Henry Kissinger war schon als Dozent dort, Fischer hätte mindestens genauso viel zu bieten. Die Deutschen neigen dazu, Fischer zu unterschätzen und Eliteuniversitäten zu überschätzen. Überall im Ausland gilt Fischer als einer der klügsten Staatsmänner der letzten Zeit. Daher verstehe ich das Schimpfen in Deutschland auf die 68er nicht, auch nicht das negative Urteil, das gerade linke Intellektuelle über die rot-grüne Regierung gefällt haben. Diese Regierung hat dafür gesorgt, dass die Welt viel positiver auf Deutschland schaut. Was sich hier unter Rot-Grün geändert hat, wird von den Deutschen nicht einmal unterschätzt; sie merken es gar nicht.

Was hat sich denn geändert?

Das Land hat sich neu erfunden. Schluss mit der Gnade der späten Geburt, Schluss mit der Idee, dass; wer eine bestimmte Summe an irgendwelche Nachkommen zahlt, die Schande der Vergangenheit hinter sich lassen kann. Rot-Grün, vor allem Grün, vor allem Fischer, steht in den Augen der Welt für eine sehr persönliche, überaus schmerzhafte Auseinandersetzung mit der dunklen Seite der deutschen Geschichte, selbst wenn es nicht seine eigene Schuld war, die er da aufarbeitete. Dass jemand, der für seine Überzeugung sogar auf der Straße gekämpft hat, Außenminister wird, das war selbst für die konservativsten Intellektuellen im Ausland ein Zeichen von: Die Deutschen meinen es ernst. Vorher wirkte das nicht so.

Dafür war ein ehemaliger Straßenkämpfer nötig?

Nicht, dass man prinzipiell Straßenkämpfe befürworten muss. Aber diese Regierung veränderte ja auch konkrete Gesetze, etwa das Zuwanderungsgesetz. Was zeigte: Man hat nicht nur bedauert, wie man in der Vergangenheit mit Fremden umgegangen ist, man will von diesem "Blut-und-Boden"-Begriff weg. So wurde ein ganz neuer Staatsbegriff begründet, und das kann man gar nicht hoch genug bewerten.

In Deutschland wird das viel selbstverständlicher zur Kenntnis genommen.

Das wundert mich nicht. Ein Fisch nimmt das Wasser, in dem er schwimmt, auch nicht bewusst wahr. Es bedarf oft einer Außenansicht, um das Wesentliche zu erkennen. Die



"Deutsche unterschätzen ihr Ansehen und ihren Wohlstand völlig. Sie sind ein bisschen verwöhnt."


Deutschen sind das einzige Volk, das meint, in den Augen der anderen Völker weniger beliebt zu sein, als es in Wahrheit ist. Alle anderen halten sich für beliebter, als sie es tatsächlich sind. Das ist nicht nur bei Amerikanern der Fall sondern auch bei Chinesen.


Laut Ihres Buches erstreckt sich das negative Selbstbild der Deutschen von den Feuilletons bis hin zum Stammtisch.


Es hat sogar tiefe historische Wurzeln. Heine hat das schon angemerkt, als er sagte: Die Deutschen glauben, dass ihre deutsche Ehrlichkeit sie dazu verpflichtet den Menschen nur Schlechtes ins Gesicht zu sagen, und das Gute zu verschweigen. Die Deutschen unterschätzen ihr Ansehen, aber auch ihren Wohlstand völlig. Sie sind vielleicht ein bisschen verwöhnt diesbezüglich.

Die deutsche Angst vor dem sozialen Abstieg ist jedenfalls sehr ausgeprägt.


Ja, weil die Maßstäbe fehlen. Der Schritt zurück und der realistische Vergleich mit anderen Ländern wird nicht vollzogen. In den USA bekommt man quasi gar nichts an sozialer Absicherung. Dort bedeutet der Verlust des Arbeitsplatzes auch den Verlust der Krankenversicherung. Es gibt so viel, was man in Deutschland nicht richtig schätzt: Die Kriminalitätsrate ist gering. Die Kinder können frei herumlaufen, ohne dass sich Eltern zu viele Sorgen machen müssen. Es gibt ein wunderbares Verkehrssystem. Das alles sind Vorzüge eines Gesamtwohlstandes, den man anderswo selten hat.


In dieser Wohlstandsgesellschaft haben fünf Millionen Menschen keine Arbeit. Daran hat Rot-Grün nichts geändert.


Ich weiß, dass man von Hartz IV nicht würdig leben kann. Dennoch: Ich wäre sehr dafür, dass man sich daran erinnert, was man hat. Und dass man das Phänomen Arbeitslosigkeit nicht hysterisch betrachtet. In Deutschland ist man mit einer sehr vereinfachenden Erklärung groß geworden: Es gab Massenarbeitslosigkeit, ergo kamen die Nazis an die Macht. Das Problem der Arbeitslosigkeit war in den USA in den dreißiger Jahren genauso massiv, nur hat es nicht die Nazis, sondern den New Deal hervorgebracht. Arbeitslosigkeit ist schlimm. Aber die Vorstellung, sie sei die Ursache für die Nazis gewesen, ist zu tief verankert in Deutschland. Dieses Argument hört man auch von Politikern immer wieder: Wenn wir weiter eine so hohe Massenarbeitslosigkeit haben, sind es wieder Weimarer Verhältnisse, und dann wissen wir ja, was danach passiert. Das ist maßlos übertrieben. Statt panikartige Schuldzuweisungen zu machen, sollte Überparteilich herangegangen werden. Und die Stärken des Landes sollten in den Vordergrund rücken.


Welche Stärken meinen Sie genau?

Das Land hat sich zu einem sehr demokratischen Staat entwickelt, der in vielerlei Hinsicht, man muss es so sagen, viel demokratischer geworden ist als die USA, und das nicht erst seit George W. Bush. Nehmen Sie als ein kleines Beispiel die Medienvielfalt. Was es hier an kulturellen Diskussionen gibt, gerade im Feuilleton, das ist von einer so gründlichen, tiefgehenden Art, dass es einfach Spaß macht, das zu verfolgen. Es gibt breite öffentliche Debatten zu einer Palette von Themen. Das ist ein Zeichen von demokratischer Haltung. Ich finde, dass in diesem Land seit Jahren eine sehr ernsthafte, ständige Auseinandersetzung mit sich selbst stattfindet, sowohl im politischen als auch im kulturellen Raum.

Das amerikanische Feuilleton beobachtet das, was Sie beschreiben, unter dem Stichwort "Deutsche Selbstanalyse".


Das geschieht mit einer gewissen Faszination. Fast jeder Amerikaner macht einmal eine Therapie, aber: individuell. Es ist interessant zu sehen, dass sich ein ganzes Land in permanenter Selbstanalyse befindet. Es ist schwer, Rot-Grün als erfolgreiche Therapie zu begreifen, zumal sich das Land nun so schlecht fühlt. Trotzdem, sie ist vorangetrieben worden.

Sie befürchten, dass die große Koalition die angefangene Therapie nicht fortsetzt?

Ich wollte einen anderen Wahlausgang. Ich bin aber bislang nicht unzufrieden mit der großen Koalition. Deutschland wird ein langweiligeres Land. Und wegen dieser Langeweile, dieser Berechenbarkeit kann man sich als Intellektueller eher mal um etwas anderes kümmern, als ständig die große deutsche Sinnfrage zu diskutieren. Die Fragen sind im Augenblick nicht mehr so intensiv, so habe ich nicht ständig das Gefühl, ich müsste etwas dazu beitragen.

In welcher Form sollte die deutsche Identitätssuche denn weitergehen?

Bisher tut sie es noch gar nicht. Ich finde es sehr traurig, dass Angela Merkel in ihrer Auseinandersetzung mit Joschka Fischer vor einigen Jahren einen Kontrast zwischen 1968 und 1989 entwickelt hat. Sie hat Fischer sinngemäß vorgeworfen, dass sein ganzes Geschichtsbild falsch sei. Aus ihrer Sicht ist 1968 wohl alles daneben gelaufen, und 1989 alles richtig gewesen. Aber ich finde, dass es zwei Momente in der deutschen Geschichte sind, auf die die Deutschen stolz sein können. Die große Koalition sollte diesen Brückenschlag versuchen und zeigen, dass man beide Ereignisse gleichermaßen ernst nimmt.


Warum können beide Ereignisse nicht für sich stehen?

Ein Land braucht eine jüngere Geschichte auf die es stolz sein kann. Wenn ich an Amerika denke und an den Abgrund, der da droht, versuche ich aus der jüngeren amerikanischen Geschichte Hoffnung zu schöpfen und meine Identität als Amerikanerin positiv zu sehen, indem ich an die großen Verdienste der Bürgerrechtsbewegung denke, in deren Mitte ich aufgewachsen bin. Trotz der Unvollkommenheiten ist damals etwas Großartiges passiert. Und Deutschland hat sogar zwei solcher großartigen Momente in der Nachkriegszeit erlebt. Das ist mehr als genug, um ein positives Bild von sich zu



"Es ist faszinierend zu beobachten, dass sich dieses Land in permanenter Selbstanalyse befindet."


haben, mehr Hoffnung zu verbreiten. Die Zutaten sind da sie müssen nur zusammen gerührt werden. Es wäre eine Aufgabe für eine große Koalition, sich nicht nur finanziellen Aufgaben zu widmen, sondern diese beiden Momente tief im Selbstbewusstsein der Deutschen zu verankern.

Sie wollen, dass die große Koalition diese Verbindung zu ihrem intellektuellen Überbau macht?

Ich würde das vorschlagen, auch wenn es bis jetzt überhaupt niemand diskutiert. Deutschland könnte dann, wenn es aus seiner jüngeren Geschichte heraus selbstbewusster wird, eine echte, reife Führungsmacht werden.

Das ist sicher unrealistisch - schließlich hat erst Rot-Grün den Begriff der "Mittelmacht" eingeführt, an den die große Koalition anknüpft.

Ich weiß, selbst das Wort Führung ist ja belastet. Ich würde es aber sehr begrüßen, wenn Deutschland als wesentliche westliche Stimme mehr Verantwortung für die Welt übernehmen würde. Deutschland ist inzwischen glaubwürdiger und demokratischer als die USA. Es ist die größte Schande der amerikanischen Geschichte, was die Bush-Regierung gebracht hat. Von den kritischen Amerikanern, deren Gruppe wieder wächst, bis hin zu den Entwicklungsländern schaut man erwartungsfroh auf Deutschland. Für die Mehrheit der Welt gehen die größeren Gefahren schon lange nicht mehr von diesem Land aus. Da ist vielmehr die Angst vor islamistischem Fundamentalismus und vor den USA als einer unbegrenzten Hypermacht, die sich von fundamentalistischem Gedankengut treiben lässt und von internationalen Rechtsnormen völlig abgewichen ist.

Angela Merkel hat aber bei ihrem Antrittsbesuch in Washington die Nähe zur US-Regierung gesucht.

Sie war absolut halbherzig. Auf der einen Seite kritisiert sie, dass die USA das Gefangenenlager Guantanamo haben, sucht dann in Washington aber die Annäherung an das Bush-Regime. Die Belastung der transatlantischen Beziehungen hat Bush zu verantworten, nicht Rot-Grün. Die neue Bundesregierung sollte den Mut aufbringen und wesentlich deutlichere Worte im Umgang mit der amerikanischen Regierung finden. Sie sollte Dinge sagen wie: Ihr habt gegen alle internationalen Rechtsnormen verstoßen, wir möchten euch freundlich mitteilen, dass ihr einen Irrweg eingeschlagen habt. Ihr seid nicht mehr das Amerika, das uns befreit hat.

Die Philosophin Susan Neiman, 50, wurde in Atlanta, Georgia, geboren. Sie studierte an der Harvard Universität, war Assistentin von John Rawls. Mit einem Fulbright-Stipendium besuchte sie 1982 die Freie Universität Berlin. Nach ihrer Promotion über Kant hatte Neiman Professuren an der Yale Universität und der Tel Aviv Universität, bevor sie zurück nach Deutschland kam. Sie ist Direktorin des Potsdamer Einstein Forums. Neiman hat zahlreiche Bücher verfasst, darunter "Fremde sehen anders. Zur Lage der Bundesrepublik" (Suhrkamp) und "Das Böse denken: Eine andere Geschichte der Philosophie". Sie wohnt mit ihren drei Kindern in Berlin.

(c) Süddeutsche Zeitung

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